Okt
24
Ich glaub, es klappert^^
Die Bundesregierung hat in der aktuellen Ausgabe des Bundesgesetzblattes vom [...] Mittwoch die umstrittene Verordnung (PDF-Datei) über die Pflichtablieferung von Medienwerken an die Deutsche Nationalbibliothek (DNB) veröffentlicht. Mit der Verkündung tritt die im Mai 2007 publik gewordene Anweisung bereits morgen [also am gestigen Donnerstag] in Kraft. Sie regelt auf Basis des seit seiner Verabschiedung 2006 für Unruhe sorgenden Gesetzes über die Deutsche Nationalbibliothek (DNBG), welche Netzpublikationen bei der DNB quasi als “Pflichtexemplar” elektronisch eingereicht und für die Archivierung freigegeben werden müssen.
Ja, dann lass mich doch mal kurz rechnen: Wenn ich “mal eben” meine über den Daumen gepeilten derzeit vorhandenen ca. 400.000 - 500.000 Seiten voller Informationen, Foreneinträge, Blogeinträge u.s.w. übermittle und weiterhin davon ausgehe, daß es massig fleissige Webmaster wie meinereiner gibt, dann sollten die Damen und Herren schon mal anfangen, ihre Server von mehreren Terrabyte großen Festplatten auf die übernächste Stufe aufzurüsten.
Mal ganz abgesehen von der immensen Umweltverschmutzung, die die Kühlung dieser Riesen-Türme verursacht (siehe diverse Nachrichtenbeiträge der letzten Tage)… welchem Amtstrottel Beamten ist denn bitte eingefallen, daß man nach der Überwachung des “Deutschnetzes” auch noch die “freiwillige Pflichtablieferung” von Informationen im Deutschnetz einführt? Es soll ja Seiten geben, die den Suchmaschinen nicht zugänglich gemacht werden. Vielleicht aus gutem Grund… Diese gebe ich dann aber ”pflichtgemäß” zur Archivierung durch die DNB frei?
Wie gesagt… Ich glaub, es klappert. Mal sehen, wann dieses “Gesetz” verfeinert wird, wenn die Jungs und Mädels erstmal ihre Server plattgemacht haben durch den irrsinnigen Datenstrom…
(Aber dann spricht man bestimmt von DOS-Angriffen auf die Server durch Daten-Terroristen oder so…)
Deutsche Gründlichkeit, wie peinlich…
(Quelle: heise.de und viele, viele andere Seiten im Internet)
Jul
20
Nachdem anscheinend ein freundlicher Mitbewerber letzte Woche eine gewisse deutsche Organisation auf die Seiten vieler meiner Domains aufmerksam gemacht hat, habe ich mich in letzter Konsequenz schmerzhaft dazu durchgerungen, zuerst mal alles stillzulegen und in den kommenden Wochen und Monaten fast alle meine .de-Domains zu verkaufen oder zu löschen.
Da war ich Doofie doch fast 5 Jahre der Meinung, daß ich da alles korrekt gemacht habe, was Impressum, Jugendschutz und so weiter angeht. Ich wurde unter Zuhilfenahme deutscher Gesetzgebung schnell
- eines besseren belehrt
- überzeugt, daß Gesetze wohl Gesetze heißen, weil sie von alten, gesetzten Herrschaften diktiert werden, die vom realen Leben nicht mehr soooo viel Ahnung haben und
- deutsche Organisationen ausschließlich zum Schutz ausländischer Mitbewerber da sind, da man an die nicht rankommt und daher nur einheimischen Bürgern Steine vor die Füße, “beispielhafte” bzw. ungenaue Hinweise in die Mailbox und massenhaft Schreiben in den heimischen Briefkasten wirft
Wenn ich mir überlege, wieviel Arbeit in meinen Domains gesteckt hat, tut es doch ziemlich weh. Aber letzten Endes ist es eben auch ein Neuanfang und die laufenden (nicht beanstandeten) anderen Projekte halsen mir genug Arbeit auf.
Zumindest habe ich nun eine einigermaßen klare Vorstellung, daß man eigentlich legal fast nichts machen darf auf .de-Domains.
Unklar ist mir nur, daß es immer noch genügend deutsche Internet-Portale gibt, die anscheinend auch “meine” Fehler machen und damit problemlos durchkommen. Das hat aber dann bestimmt damit zu tun, daß deren Scheckbücher dicker sind, oder deren PR(tm) höher oder daß sie über bestimmte Organisationen wohlwollender berichten als ich. Letzten Endes kratzen sie Strafgelder wohl auch weniger als mich.
Also. Weg mit Schmerzen und weitermachen…
Und zuletzt - an den briefeschreibenden Herrn, von dem ich mir ziemlich sicher bin, daß er hier mitliest: Ich weiß, auch Sie tun nur ihren Job. Aber für 1 Seite, die ich nach Jahren ansich sauberer Arbeit wegen kleinlicher und nicht einmal ansatzweise nachvollziehbarer Vorwürfe dicht machen muss, wachsen 10 Seiten von anderen im Netz, die Sie nicht beeinflussen können. Wenn Sie auch nur ansatzweise an ihre Sache glauben, müsste Ihnen das schlaflose Nächte bereiten, sobald Sie mal anfangen, nachzurechnen…
Ich für meinen Teil schlafe gut.
Sep
24
Sachen gibts…
Da erhalte ich heute einen Brief, der mich auffordert, in einer kommenden Befragung durch eine/n Mitarbeiter/in des “Niedersächsischen Landesamt für Statistik” persönliche Angaben zu meinem Leben und Lebensstandard zu machen, die dann (natürlich…) anonymisiert werden, um in Statistiken zusammengefasst zu werden.
Mikrozensus nennt sich das. Wußte ich bis heute auch nix davon.
Komisch an der Sache ist für mich so einiges.
Zum Beispiel:
§9: Nichtanwendung der Bußgeldvorschriften des Bundesstatistikgesetzes
[Anmerkung: Hm, darf ich dann "nicht aussagen dürfen"? - Hah. Denkste. Genau lesen, nicht nur den Paragraphen... Weiter heißt es nämlich:]
Die §§ 23 und 24 des Bundesstatistikgesetzes finden keine Anwendung.
Jupp, doll… Also, wenn ich nicht ansage, in welchen Umständen ich lebe, arbeite etc. gibts ein Bußgeld von 250 Euronen aufgedrückt, weil der Paragraph nicht wirklich nicht angewendet wird, sondern nur Teile. Super. Wie man mit “öffentlichem Interesse an einem richtigen und vollständigem Bild der Lebensverhältnisse in Deutschland” (Quelle: Kurzinfo der statistischen Ämter) auch noch Geld machen kann, wenn ein Otto-Normal-Bürger was dagegen hat, Auskunft über sein Privatleben zu geben…
Und wo wir grade dabei sind:
richtigen und vollständigem Bild der Lebensverhältnisse in Deutschland
*hüstel*
Also, kurz zur Erläuterung: 1% der Haushalte (37 Millionen Haushalte werden vorausgesetzt, fluktuieren die nicht auch???) werden befragt. 4 Jahre lang hintereinander, immer wieder. Und dann rechnet man das Ganze “hoch”. Müssen ja sehr genaue Statistiken werden, denk ich mir… ^^
Und weils so schön ist, noch ein kurzer Ausschnitt der Klarstellung der Statistischen Ämter (das Gespräch ist sinngemäß wiedergegeben^^):
Ich: Was passiert denn, wenn ich umziehe? Sie befragen doch diesen Haushalt in diesem Haus?
Beamter/in: Naja, wenn Sie jetzt ausziehen würden, befragen wir ihre Nachmieter.
Ich: Ja, wie jetzt, und wenn der Millionär ist, was ist denn dann mit der Statistik? Dann stimmt das ganze doch hinten und vorn nicht mehr?
Beamter/in: Ähm… (Pause) Naja, das ist dann ja ein representativer Durchschnitt, der in der Statistik auftaucht.
Ich: Versteh ich nicht. Zwischen mir und nem Millionär liegen doch noch Welten. Wenn Sie also mal mehr Millionäre im Jahr erwischen, steht in Deutschland der representative Durchschnittsbürger finanziell nach diesen Statistiken sofort viel besser da?
Beamter/in: Ja, ne. Das wird ja mathematisch per Zufall ausgewählt, wen wir da befragen… Warum, wollen sie jetzt umziehen?
???
Hoppla. War das jetzt Anstiftung zur Auskunftsverweigerung? *grins*
Aug
28
Tja. Der Fachkräftemangel in Deutschland weitet sich aus. Sieht man wohl täglich.
Aber daß der Bundestrojaner nun ausgerechnet in China programmiert und jetzt anscheinend (testweise? ^^ ) auf “zahlreichen Computern im Kanzleramt und in Bundesministerien” installiert wurde, wirkt schon etwas… merkwürdig.
Was mich aber doch noch etwas mehr beschäftigt, ist eigentlich folgendes:
Die Schadprogramme kamen getarnt als Word- oder Powerpoint-Datei.
Hoppla?
Ich überlege grade so… Eine PowerPoint-Datei aus China.
Na klar öffne ich die sofort… Könnte ja was wichtiges sein, wenn ich in Deutschland im Kanzleramt oder in Bundesministerien arbeite.
?!?
Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte heute in Berlin, Attacken von Trojanern seien besonders im Bereich der Wirtschaftsspionage ein großes Problem. Entsprechende Abwehrmaßnahmen seien in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik eingeleitet worden und “sind auch erfolgreich gewesen”. Es habe “keine Schäden gegeben”.
Fragt man sich dann doch, wie man im Bundesinnenministerium “Schaden” beurteilt…

Mai
17
Kategorie: Ämter |
Ihr erinnert Euch?
Finanzamt…
Naja, die Jungs und Mädels sind zur Vernunft gekommen, am Geburtstag kam die “Entwarnung”:
… Die Ihnen gewährte Aussetzung der Vollziehung wurde aufgehoben … In Rechnungen unberechtigt ausgewiesene Steuerbeträge… 0,00 € … Noch zu zahlen: 0,00 €
Na, wer sagts denn… Bin ich also doch ein unschuldiger / unbescholtener Bürger des Landes, das ein so tolles Finanzamt mit solchen ulkigen Beamten beinhaltet… 