Da kriegt man doch zuviel…

Der Datenskandal bei der Landesbank Berlin hat sich als vertuschter Diebstahl eines Weihnachtsstollens entpuppt. Zwei Kurierfahrer haben dies eine Woche nach dem Eingang zehntausender Kreditkartendaten bei der Frankfurter Rundschau den Ermittlern gestanden. Wie die Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft am heutigen Freitag berichtete, hatten die Männer ein an die Zeitung adressiertes Paket geöffnet und das Gebäck gestohlen. Anschließend klebten sie das Etikett des Stollen-Paketes auf eine von sechs für die LBB bestimmte Sendungen. So erhielt die Zeitung statt des ihr zugedachten Stollens die vertraulichen Datensätze.

Hoffentlich hats geschmeckt^^

Abgesehen davon wäre es ja mal interessant, was die ganzen “wichtigen” Leute dazu sagen, die in den letzten Tagen in allen Medien von “neuen kriminellen Dimensionen”, “Schlamperei” der LBB, “unzureichendem Datenschutz in Deutschland” und so weiter sprachen.

Komischerweise ist mit einem Mal Ruhe. Da haben sich wohl genug Wichtigtuer blamiert.

Bitte, mich nicht falsch zu verstehen: Diebstahl ist Diebstahl für mich, für kriminelle Machenschaften habe ich nichts übrig. Aber daß dieser “Skandal” wieder einmal medial breitgetreten wurde und als Absprungplattform und Selbstbeweihräucherungsmöglichkeit für bekannte und bisher unbekannte Gesichter genutzt wurde, ist in meinen Augen eigentlich genauso schlimm wie das, was passiert ist.

Schwarze Schafe gibt es immer. Nur nimmt man in Deutschland jeden kleinen Lufthauch zum Anlass, um Sturmvorbereitungen in Gesetzesform durchzuprügeln. Und solche “Skandale” werden dann eben zur Verschärfung genutzt (erinnert an die Killerspiel-Debatte…).

Bleibt zuletzt noch abzuwarten, obs eine Ente war oder wirklich ein “Stollen-Diebstahl” ;)

(Quelle: Heise)