Sachen gibts…
Da erhalte ich heute einen Brief, der mich auffordert, in einer kommenden Befragung durch eine/n Mitarbeiter/in des “Niedersächsischen Landesamt für Statistik” persönliche Angaben zu meinem Leben und Lebensstandard zu machen, die dann (natürlich…) anonymisiert werden, um in Statistiken zusammengefasst zu werden.
Mikrozensus nennt sich das. Wußte ich bis heute auch nix davon.
Komisch an der Sache ist für mich so einiges.
Zum Beispiel:
§9: Nichtanwendung der Bußgeldvorschriften des Bundesstatistikgesetzes
[Anmerkung: Hm, darf ich dann "nicht aussagen dürfen"? - Hah. Denkste. Genau lesen, nicht nur den Paragraphen... Weiter heißt es nämlich:]
Die §§ 23 und 24 des Bundesstatistikgesetzes finden keine Anwendung.
Jupp, doll… Also, wenn ich nicht ansage, in welchen Umständen ich lebe, arbeite etc. gibts ein Bußgeld von 250 Euronen aufgedrückt, weil der Paragraph nicht wirklich nicht angewendet wird, sondern nur Teile. Super. Wie man mit “öffentlichem Interesse an einem richtigen und vollständigem Bild der Lebensverhältnisse in Deutschland” (Quelle: Kurzinfo der statistischen Ämter) auch noch Geld machen kann, wenn ein Otto-Normal-Bürger was dagegen hat, Auskunft über sein Privatleben zu geben…
Und wo wir grade dabei sind:
richtigen und vollständigem Bild der Lebensverhältnisse in Deutschland
*hüstel*
Also, kurz zur Erläuterung: 1% der Haushalte (37 Millionen Haushalte werden vorausgesetzt, fluktuieren die nicht auch???) werden befragt. 4 Jahre lang hintereinander, immer wieder. Und dann rechnet man das Ganze “hoch”. Müssen ja sehr genaue Statistiken werden, denk ich mir… ^^
Und weils so schön ist, noch ein kurzer Ausschnitt der Klarstellung der Statistischen Ämter (das Gespräch ist sinngemäß wiedergegeben^^):
Ich: Was passiert denn, wenn ich umziehe? Sie befragen doch diesen Haushalt in diesem Haus?
Beamter/in: Naja, wenn Sie jetzt ausziehen würden, befragen wir ihre Nachmieter.
Ich: Ja, wie jetzt, und wenn der Millionär ist, was ist denn dann mit der Statistik? Dann stimmt das ganze doch hinten und vorn nicht mehr?
Beamter/in: Ähm… (Pause) Naja, das ist dann ja ein representativer Durchschnitt, der in der Statistik auftaucht.
Ich: Versteh ich nicht. Zwischen mir und nem Millionär liegen doch noch Welten. Wenn Sie also mal mehr Millionäre im Jahr erwischen, steht in Deutschland der representative Durchschnittsbürger finanziell nach diesen Statistiken sofort viel besser da?
Beamter/in: Ja, ne. Das wird ja mathematisch per Zufall ausgewählt, wen wir da befragen… Warum, wollen sie jetzt umziehen?
???
Hoppla. War das jetzt Anstiftung zur Auskunftsverweigerung? *grins*
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