Hab mir bis eben “Unleashed – Entfesselt” mit Kirstin angeschaut – Ungewöhnlicher, aber sehr guter Film, wie ich finde…
Die Geschichte:
Danny (Jet Li) wird wie ein Hund von seinem “Besitzer” Bart (Bob Hoskins) gehalten. Er trägt ein Hundehalsband und ist darauf abgerichtet, zu töten, wenn das Halsband von Bart entfernt wird – ohne Regung, präzise, nicht zu stoppen. Er kennt nichts anderes in seinem “Leben” und ist geistig auf dem Stand eines Kindes zurückgeblieben. Was er allerdings unnachahmlich kann, ist eben kämpfen. Das kommt Bart in seiner Rolle als Schuldeneintreiber natürlich nur zugute: Sobald jemand Ärger macht, entfernt er einfach Dannys Halsband und schon legt der los und hinterlässt eine blutige Spur.
Nach einem Überfall eines Kunden von Bart hält Danny sein “Herrchen” für tot und kommt bei dem blinden Klavierstimmer Sam (Morgan Freeman) und seiner redseligen Tochter Victoria (Kerry Condon) unter. Hier lernt er langsam, was es heißt, wie ein Mensch behandelt zu werden.
Bart ist jedoch nicht tot und will natürlich seine Geldquelle zurück…
Auf der einen Seite harte Action, wie von Jet Li gewohnt, allerdings… irgendwie zurückhaltend. Nach “The One” und “Romeo must die” hätte ich da fast mehr erwartet. In “Unleashed” sind die Kampfszenen knochenbrechend, aber merkwürdig verhalten.
Auf der anderen Seite steht die dramatische Story seines “Erwachens” und Lernens und die Beziehung zu Sam und Victoria. Irgendwie traumhaft, Plappermaul Victoria, die irgendwann sogar sein Hundehalsband, das letzte Stück seines vergangenen Lebens, löst… In diesem Augenblick habe ich dann doch die Luft angehalten.
Daß Luc Besson es hingekriegt hat, diese zwei komplett verschiedenen Parts zusammenzupacken und von einem auf den anderen zu blenden und zurück, ohne schnulzig zu wirken, Respekt…
Jet Li als hüpfendes und durch die Gegend wirbelndes Energie-Paket – und gleichzeitig kindlich naiv, verstört, aber immer authentisch. Man nimmt ihm die Rolle ohne weiteres ab.
Morgan Freeman – Blind, aber gut wie immer, ein bischen routiniert vielleicht, war wohl keine wirkliche Herausforderung für ihn.
Kerry Condon war mir bisher nicht bekannt, aber süß und ein gutes Stück rührend als Plappermaul.
Und Bob Hoskins. Unglaublich. Der hatte sichtlich Gefallen an seiner Rolle als cholerischer Kotzbrocken und lässt hier richtig die Sau raus.
Und dann war da noch das Lied im Abspann. Massive Attack. Irgendwie noch bekannt, aber bisher ignoriert. Das ist im Ohr geblieben. Richtig gut, obwohl sowas eigentlich nicht mein Geschmack ist. Trip Hop… Ich werd wohl doch alt..
Auf jeden Fall ein sehr interessanter Film. Anders, aber gut.
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